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Mal was Humoristisches...

reading1 verfasst: 21.03.2008, 18:24
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letzter Besuch: 08.01.09
...leider entspricht die Darstellung nur zu oft der Wahrheit. Wer den Artikel "Lob der Härte" auf Telepolis noch nicht gelesen hat - den kann ich nur empfehlen. Er spricht mir und ich denke auch noch relativ vielen anderen (Linux durchaus freundlich gesinnten) Anwendern aus der Seele. Richtig köstlich ist die dazugehörige Diskussion im Forum...

Einer der Hauptgründe, warum viele Neulinge sich schnell wieder aus der Linux-Welt zurückziehen, ist das selbstverliebte Expertentum. Ich meine Menschen, die einem frisch von Windows konvertierten Ubuntu-Neuling erzählen wollen, unter Linux wäre doch dank der Konsole alles sooo einfach.

Ich erinner mich noch gut an die ersten Erfahrungen mit Ubuntu (Warty Warthog) auf meinem M6N. WLAN lief nicht, zumindest nicht mit WPA. Mit Erschrecken nahm ich zu Kenntnis, daß die meisten Leute im Forum mit dem damals schon geknackten WEP-Standard unterwegs waren. Ohne Problembewußtsein, obwohl sie sonst jedem Windows-Nutzer verklickerten, wie unsicher "der MS-Dreck" doch sei. Über die Suche kam ich dann auf eine Seite, die mit dem Einrichten von WPA beschäftigte. Und damit fingen die Probleme an. Unter Windows war die Abfolge: Treiber suchen, Treiber runterladen, Treiber installieren, Treiber mit den nötigen Informationen bestücken und loslegen.

Unter Linux wars die Hölle. Links und rechts fand ich mich damals die Leichen der Leute, die nach langem Gefrickel einfach aufgegeben hatten. Und von den sogenannten Experten wurde man zwar freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen, Linux sei eben kein Windows und mann müsse sich schon etwas einlesen, damit es klappe (zumindest der LAN-Chip funktionierte, sonst wär das mit dem Einlesen wohl nicht so einfach geworden). Als Zugabe gab es dann noch ellenlange Seiten Text gewürzt mit Code. Am Ende (Stunden später) reihte ich mich in die frustrierte Schlange der Mehrheit, die irgendwann entnervt aufgegeben hatte. Das irgendjemand tagelanges rumeditieren in irgendwelchen config-Dateien nicht als Erfüllung seiner menschlichen Existenz betrachtete, sondern stattdessen profan im Internet surfen wollte, war den Experten nicht beizubringen.

Blieb die Erkenntnis: Mißtraue jedem Linux-Profi, der Dir erzählen will, die Konsole sei ja viel besser als alles zuvor Gesehene oder unter Linux sei "alles einfacher als bei Windows" (hat manchmal etwas von Erlösungsideologie).

Heute ist zum Glück vieles besser geworden. Mit Ausnahme der Grafiktreiber läuft in Distris wie Mint oder PCLinuxOS alles weitgehend out of the Box (und damit deutlich besser als unter Windows). Auch mit der Konsole hab ich mich angefreundet, die Legende von der schnelleren Bedienung per Text ist aber für mich (mit Ausnahmen) eine solche geblieben. Und die Dummschwätzer a la "mit Linux wär das nicht passiert" gibt es auch noch. Jetzt kann man sich allerdings leisten, sie zu ignorieren...
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